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Agile Führung in der Eingliederungshilfe

Ich war zu Gast bei contalk und sprach mit Dr. Thomas Müller über agile Führung in der Eingliederungshilfe. Mein Herzens- und Kopfthema. Die Contec kündigt die Folge so an:

„Es muss sich was verändern von der Spitze an.“ Dr. Christian Geyer beschreibt in dieser Folge, wie der Bathildisheim e. V. seit 2017 an agiler Führung arbeitet – ausgelöst durch Mitarbeiterbefragungen, in denen Führung „nicht besonders gut weggekommen“ ist. Statt eine „hippe Begeisterungsveranstaltung“ zu inszenieren, hat der oberste Führungskreis (Vorstand und Geschäftsbereichsleitungen) zunächst zwei Jahre an sich selbst gearbeitet: Was heißt es, Macht zu teilen? Wie fühlt sich das an? Und welche Instrumente fehlen dafür?

Der Podcast ist auf Spotify und Apple Podcast verfügbar. Viel Freude beim Hören.

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© Pixabay/Claire51700

Alles neu?

Was bedeutet es, dass etwas Neues beginnt? Dieser Essay erkundet Hannah Arendts Begriff der Natalität – die Idee, dass mit jeder Geburt etwas Unvorhersehbares in die Welt tritt – und konfrontiert ihn mit der ernüchternden Einsicht des Alten Testaments: „Es gibt nichts Neues unter der Sonne."

Die Weihnachtsgeschichte wird der Aussage aus der Offenbarung, Gott mache alles neu, entgegengestellt. Und so stellt der Text unbequeme Fragen: Wollen wir das radikal Neue überhaupt? Feiern wir nicht insgeheim lieber die Zähne zusammenbeißende Ausdauer des Einzelnen? Und was passiert, wenn wir lernen, im Unfertigen auszuharren, ohne uns mit dem Immergleichen abzufinden?

Mein theologisch-philosophischer Versuch über Anfang und Ende, Wiederholung und Wandel, heroisches Durchhalten und verwundbares Ausharren – und die Frage, wie wir das wirklich Neue zulassen können, ohne uns selbst zu überfordern, ist im theologischen Kulturmagazin feinschwarz erschienen.

Hier geht es zum Essay: Alles neu?

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Meine Top Five: Bücher 2025

Im Rückblick auf das Lesejahr 2025 habe ich überlegt, was waren die fünf Bücher, die mich am meisten gefesselt, inspiriert, erfreut oder herausgefordert haben. Hier präsentiere ich nun meine Auswahl an Büchern, die ich uneingeschränkt weiterempfehle.

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Managementmoden

Managementkonzepte kommen und (ver-)gehen wie Mode, so die These vom Soziologen Stefan Kühl. Wie ist das mit den agilen und selbstorganisierten Ideen? Ein Sammelband untersucht die Frage. Und ich durfte den Beitrag über das Organisations- und Managementmodell Kollegiale Führung beisteuern (S. 109-123).

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Im Schwellenlicht des Advents

Zum ersten Advent habe ich mich mit dem Kunstmärchen "Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern" (1845) von Hans Christian Andersen auseinandergesetzt. Ich denke über die  Ambivalenz nach, die das Märchen prägt: der kalte Skandal und die wärmende Hoffnung.

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Sport und Inklusion

Das Fachmagazin ORIENTIERUNG widmet sich in der Ausgabe 4/25 dem Schwerpunktthema "Sport und Inklusion". Es finden sich spannende Beiträge aus der Wissenschaft und der Praxis. Das Fachmagazin erscheint auch als ePaper (Orientierung 4/25).

Mein kurzer Essay zum Thema, der als Editorial erschienen ist, findet sich im Folgenden.

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Gott sei Dank

Danke sagen ist eine Möglichkeit, Wertschätzung auszudrücken. Es ist eine Führungsaufgabe und relevant für die Organisationskultur. Über die "Resonanzachsen der Dankbarkeit" und ihre Bedeutung für soziale Organisationen habe ich jüngst nachgedacht. Der Essay ist auf meiner Website verfügbar (Resonanzachsen der Dankbarkeit, Essay). Nun hatte ich Gelegenheit, die Reflexion in die Tat umzusetzen. Die Feier der Betriebsjubiläen im Bathildisheim habe ich genutzt, um einerseits über Dankbarkeit zu predigen und zugleich den Dank der Organisation und meinen persönlichen Dank für eine engagierte und treue Mitarbeit auszusprechen.

Im Folgenden kann meine Predigt, die ich am 29. September 2025 gehalten habe, nachgelesen werden.

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Resonanzachsen der Dankbarkeit

Das Erntedankfest hat mich inspiriert über Dankbarkeit nachzudenken. Nach einer theologischen und homiletischen Reflexion habe ich das Thema auf das Feld der Führung sozialer Organisationen übertragen. Das Ergebnis ist ein kleines Essay, das ich hier veröffentliche.

Dankbarkeit ist mehr als ein Gefühl – sie ist eine Haltung, die Orientierung stiftet, Vertrauen ermöglicht und Organisationen widerstandsfähiger macht. Im Spannungsfeld von Beschleunigung, Konkurrenz und knappen Ressourcen zeigt der Essay, wie dieses oft unterschätzte Konzept aus einer systemischen Perspektive zum Schlüssel für gelingende Führung und nachhaltiges Sozialmanagement wird. Entlang der drei Resonanzachsen – Mitmenschlichkeit, Naturverbundenheit und Sinnorientierung – entfalte ich Dankbarkeit als stille Provokation gegen soziale Kälte, ökologische Rücksichtslosigkeit und Sinnleere.

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Heute ist mehr Lametta

Stefan Kühls Buch „Führung und Gefolgschaft“ (Suhrkamp 2025) beleuchtet, wie Managementkonzepte im Laufe der Geschichte kommen und gehen und dabei immer wieder an die grundlegenden Prinzipien der Organisation und der Führung anknüpfen. Anhand des Harzburger Modells zeigt Kühl, wie sich Führungstheorien im Nachkriegsdeutschland entwickelten. Er arbeitet eine überraschende Nicht-Verbindung zum Nationalsozialismus heraus, obwohl der Verfasser des Harzburger Modells einer der Chefideologen der Nazis war. In dieser Studie geht es um mehr als nur historisch-soziologische Analysen: Kühl fordert uns heraus, aktuelle Managementtrends kritisch zu hinterfragen. Ein spannender Beitrag zur Diskussion über Sinnorientierung und Gemeinschaft in Organisationen und in Führungsansätzen.

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551 Disziplinierungsversuche

Dürfen gemeinnützige Organisationen politisch sein – oder müssen sie es sogar? Diese Frage ist längst keine theoretische mehr. In einer Zeit, in der zivilgesellschaftliches Engagement zunehmend unter politischen Rechtfertigungsdruck gerät, wird auch das Selbstverständnis sozialwirtschaftlicher Träger auf die Probe gestellt. Besonders in der Eingliederungshilfe, wo es um Teilhabe, Menschenwürde und soziale Gerechtigkeit geht, kann politische Zurückhaltung schnell zur Selbstverleugnung werden. Doch wer sich äußert, wer Haltung zeigt, riskiert heute mehr denn je: den Vorwurf der Parteilichkeit, die Drohung mit Entzug der Gemeinnützigkeit – und nicht selten eine mediale oder parlamentarische Schmutzkampagne. Der folgende Kommentar stellt sich gegen den Versuch, kritische Stimmen mundtot zu machen, und plädiert für eine selbstbewusste Zivilgesellschaft, die sich nicht auf das bloße „Leisten“ beschränkt, sondern ihre Verantwortung für die demokratische Kultur ernst nimmt.

Der Kommentar ist zuerst im Fachmagazin ORIENTIERUNG 3/2025 (S. 43-44) erschienen.

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