Juni 2026
Der Sozialstaat ist mehr als ein Kostenfaktor
Der Sozialstaat steht unter Druck. Es soll in allen Hilfefeldern gespart werden. Die Sparvorschläge werden von den politisch Verantwortlichen freundlich als Reform tituliert. In der politischen Debatte ist aber nur von hohen Kosten und zu viel Bürokratie die Rede. Alle Reformvorschläge der staatlichen Ebenen sind Leistungskürzungen.
Der Zwischenruf von EKD und Diakonie Deutschland, der am 24. Juni veröffentlicht wurde, setzt hier an. Die eigentliche Krise sei nicht zuerst eine Krise des Sozialstaats. Es sei eine Krise des gesellschaftlichen Zusammenhalts.
Ich bin froh, dass sich Kirche und Diakonie in dieser Situation gemeinsam zu Wort melden. Als Mitglied der Evangelischen Sozialkommission durfte ich an dem Zwischenruf mitarbeiten. Im Folgenden fasse ich ihn kurz zusammen und präsentiere die Kernaussagen; das Original ist am Ende des Beitrags verlinkt.
Der Zwischenruf erinnert daran, dass ein Sozialstaat nur dann stark bleiben kann, wenn die Gesellschaft ihn gemeinsam trägt. Die wichtigste Grundlage ist Vertrauen. Wo Misstrauen wächst und wo Bedürftigkeit zum Vorwurf wird, erodiert der Sozialstaat.